Unsere Vision und unsere Mission

Jeder junge Mensch in Deutschland hat die Chance auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben und fühlt sich als Teil unserer demokratischen Gesellschaft. Unabhängig davon, wie viel Geld und Bildung seine Eltern haben.

Wir rüsten junge Menschen im Alter von 14-24 Jahren mit einem starken Glauben an ihren eigenen Wert und an ihre Fähigkeiten aus und helfen ihnen dabei, ihren Platz im Leben zu finden.

Unser Ziel bis 2025

Unser Ziel ist es, dass ab 2025

  • jährlich 3.000 neue Teilnehmer*innen mit ihrem Duke beginnen und von diesen mindestens 50% herausfordernde Startbedingungen haben
  • mindestes 75% unserer Teilnehmer*innen den Duke erfolgreich beenden und eine Auszeichnung erhalten
  • mindestens 75% aller Teilnehmer*innen durch die Teilnahme am Duke Selbstvertrauen gewonnen haben und sich resilienter fühlen als vor ihrer Teilnahme

Wie wir arbeiten - gesellschaftliches Handlungsfeld

Jugendliche in ihre Kraft bringen

Wir lizenzieren Einrichtungen und Organisationen, die mit jungen Menschen arbeiten, z.B. Schulen, Hochschulen, Ausbildungsbetriebe und Unternehmen, Jugendvollzugsanstalten, Heime und Krankenhäuser, und unterstützen sie bei der Umsetzung des Duke.

Vielen Jugendlichen fehlt ein geschützter Raum, in dem sie sich unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen und Leistungsdruck als Persönlichkeiten entdecken und entwickeln, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ausbilden und die konkrete Erfahrung von Selbstwirksamkeit machen können.

Immer seltener erleben sie in und außerhalb der Schule Situationen, die es ihnen ermöglichen, an konkreten Herausforderungen über sich hinauszuwachsen und unmittelbar zu spüren, dass noch viel mehr in ihnen steckt als das, was im Alltag sichtbar ist. Manche Jugendliche haben bereits seit der Grundschule schlechte Noten und betrachten sich als wertlose Versager, weil sie außerhalb der Familie nie Anerkennung und Wertschätzung als Persönlichkeit unabhängig von Schulnoten oder auch nur Zutrauen in ihre Fähigkeiten erfahren haben. Andere streben danach, gesellschaftliche und Erwartungen von Eltern zu erfüllen und verlieren dabei ihre eigenen Bedürfnisse und Träume aus den Augen, was sie häufig erst Jahre später realisieren.

Wir glauben, dass wir in Übereinstimmung mit der UN Konvention für die Rechte des Kindes als Erwachsene in der Pflicht stehen, allen jungen Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund Erlebnisse und Erfahrungen zu ermöglichen, durch die sie sich als Persönlichkeiten bestmöglich entwickeln und „ihrer verborgenen Kräfte gewahr werden können“ (Kurt Hahn), und die sie befähigen, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Nur wer die Erfahrung von Agency gemacht hat und Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt, kann auch Teil unserer demokratischen Gesellschaft sein und diese aktiv mitgestalten.

Ungerechte Zukunftschancen

Auch wenn sich Kinder und Jugendliche, die in bildungsnahen Elternhäusern aufwachsen, nicht immer bestmöglich entwickeln, haben sie doch in der Regel bedeutend mehr soziale Teilhabe und bessere Chancen, in Zukunft ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen als Kinder und Jugendliche, die sozio-ökonomisch benachteiligt sind.

In Deutschland wuchsen im Jahr 2020 rund 21 Prozent der unter 18-jährigen armutsgefährdet oder auf eine staatliche Grundsicherung angewiesen auf (1). Regional waren es bis zu 25%. Die Corona-Krise droht die Kinderarmut noch zu verschärfen. Laut Auswertungen des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung haben 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen, deren Familien auf eine Grundsicherung angewiesen sind, keinen Zugang zu einem internetfähigen PC.

Doch auch ohne die zusätzlichen Einschränkungen, die Corona mit sich bringt, hat ein Aufwachsen in Armut, das häufig mit Bildungsferne der Eltern einhergeht, erhebliche Folgen für die Entwicklung von Kindern und beeinträchtigt ihre Zukunftschancen in hohem Maße: Nur 5,9% der Schüler*innen an Gymnasien im Jahr 2019 hatten Eltern mit einem Hauptschulabschluss als höchstem Schulabschluss und nur 1,8% hatten Eltern ohne jeden Schulabschluss (Eltern mit Abitur: 67%) (2). Auf der Hauptschule hatten 2019 über 41% der Schüler*innen Eltern mit einem Hauptschulabschluss und nur 16% Eltern mit einem Abitur. Bildungsferne und Armut werden in Deutschland vererbt.

Trotz erheblicher Anstrengungen von Politik, Schulleitungen und Lehrkräften verlassen in Deutschland immer noch jedes Jahr mehr als 53.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss, ohne Anschlussperspektive und damit ohne Teilhabe, mit steigender Tendenz.

Viele weitere Jugendliche bleiben weit hinter ihren Potentialen zurück, weil sie im Schulumfeld nicht ausreichend gesehen, unterstützt, gefördert und gestärkt werden (können). Ein großer Teil der Schüler*innen mit sozialer und ökonomischer Benachteiligung besucht Schulen, die viele benachteiligte Schüler*innen versammeln.

Schulleitungen dieser Schulen befinden sich in einem ständigen Spagat. Sie müssen einerseits trotz knapper Personalressourcen sicherstellen, dass der Rahmenlehrplan umgesetzt und Unterricht möglichst differenziert angeboten wird. Andererseits sind sie verpflichtet, ihrem im Schulgesetz formulierten Bildungsauftrag hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler*innen nachzukommen, ohne dass sie über zusätzliche Ressourcen verfügen, um diesen umzusetzen und ihre Schüler*innen „in ihre Kraft“ zu bringen.

Ein strukturierter Rahmen für eine eigenverantwortliche Entwicklung des ganzen Menschen

Unter dem Motto „Du kannst mehr, als du glaubst!“ bietet der Duke of Edinburgh’s International Award Schulen und anderen Einrichtungen, die mit jungen Menschen arbeiten, einen weltweit erprobten Rahmen für nichtformale Bildung und Persönlichkeitsentwicklung, die zwar von Lehrkräften oder anderen Erwachsenen begleitet, aber von Jugendlichen selber gestaltet wird und in ihrer Freizeit stattfindet.

Die Teilnahme am Award fordert junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren zu großen Träumen heraus, bestärkt sie darin, diese erreichen zu können, aktiviert sie, ihre Welt positiv zu verändern (Entwicklung von „Agency“) und feiert ihre Erfolge.

Wir verstehen den Award gleichermaßen als präventives Programm, das Jugendliche dabei unterstützt, „in ihre Kraft“ zu kommen und ihnen den Weg zu einem erfüllten und selbstbestimmten Leben bereitet, und als Strohhalm, der jungen Menschen nach jahrelangen Misserfolgserfahrungen einen Ausweg aus Resignation, Mutlosigkeit und Schuldistanz bieten kann. Erfahrungen haben gezeigt, dass die Teilnahme auch Schüler*innen, die bereits ohne Abschluss die Schule verlassen haben, (intrinsisch) motiviert, ihren Abschluss auf andere Weise nachzuholen, sobald sie eine Perspektive für sich sehen und an sich glauben.

Das Programm im Einzelnen

Der Duke of Edinburgh’s International Award ist ein Programm zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen im Alter von 14-24 Jahren, das seit 1955 in über 130 Ländern angeboten wird. Seitdem haben weltweit über 1 Mio. junger Menschen am Duke teilgenommen.

Die Stufen Bronze, Silber und Gold verlangen von Teilnehmer*innen zunehmend mehr Zeit, Einsatz und Eigenverantwortung.

Der Duke Award besteht aus vier Programmteilen, die der Entwicklung der gesamten Persönlichkeit dienen. Auf der Gold-Stufe kommt mit dem Gold-Projekt ein weiterer dazu:

  • Dienst – sich für andere Menschen einsetzen und (ehrenamtlich) Verantwortung übernehmen
  • Talente – persönliche Interessen identifizieren und entwickeln
  • Fitness – Freude an Sport und körperlicher Fitness entwickeln und gesund leben
  • Expeditionen – als Team eine selbstgewählte Herausforderung meistern und Abenteuergeist stärken
  • Goldprojekt – sich in ein unbekanntes Team einfügen und gemeinsam an einem Projekt arbeiten (nur auf der Goldstufe)

Teilnehmer*innen wählen individuelle Aktivitäten in den Programmteilen, setzen sich persönliche Ziele und fordern sich selbst heraus, um diese zu erreichen. Die Programme einzelner Teilnehmer*innen können sich in Hinblick auf ihre Zielsetzungen vollkommen unterscheiden. Wichtig ist lediglich, dass das persönliche Programm eines/einer Teilnehmer*in die Erfüllung des Versprechens ermöglicht: Du kannst mehr, als du glaubst!

Die Mindestdauer für eine Teilnahme auf der Bronze-Stufe beträgt 6 Monate, auf der Silber-Stufe 12 Monate und auf der Gold-Stufe 18 Monate. Jede Aktivität wird während der Mindestdauer jeweils 1h/Woche durchgeführt und in einem Logbuch dokumentiert.

Sind alle Programmteile abgeschlossen, erhalten erfolgreiche Teilnehmer*innen ihren „Award“ in einem festlichen Rahmen.

Erwachsene unterstützen die Teilnahme am Duke als Mentor*innen.

„Stell dir vor, alles wäre möglich, wer oder was würdest du gerne sein? Was würdest du gerne können? Gibt es etwas, das du dein ganzes Leben lang schon gerne machen wolltest? Was ist die schönste Beschäftigung, die du dir vorstellen kannst?“

Unsere Duke Mentor*innen leiten ihre Teilnehmer*innen an, groß zu träumen und unterstützen sie dabei, (geheime) Wünsche zu identifizieren und zu benennen. Gemeinsam mit den Mentor*innen überlegen die Jugendlichen, welche Aktivitäten das Erreichen dieser Träume und Wünsche unterstützen könnten, planen ein konkretes Vorgehen und setzen sich herausfordernde, aber erreichbare, spezifische und für sie persönlich relevante Ziele.

Oft ist dies das erste Mal, das jemand sich in diesem Maße für die Jugendlichen interessiert, wirklich wissen möchte, was sie sich für ihre Zukunft wünschen und ihnen das Gefühl vermittelt, diese Ziele auch erreichen zu können.

Wir setzen darauf, dass die Erfahrung, in verschiedenen Bereichen selbstgesetzte, herausfordernde Ziele zu erreichen, Jugendliche den Glauben an die eigenen Fähigkeiten (zurück)gewinnen lässt und dass dieser Glaube es ihnen ermöglicht, sich immer herausforderndere Ziele zu setzen und mit dem nötigen Durchhaltevermögen auf sie hinzuarbeiten. So geraten sie in eine Aufwärtsspirale von Erfolgserfahrungen, die zunächst nichts mit ihren schulischen Leistungen und Noten zu tun haben.

Bei Schwierigkeiten, denen sie auf ihrem Weg begegnen, können sie auf die Unterstützung ihrer Mentor*innen bauen, die ihnen zwar keine Lösung vorgeben, sie aber dabei anleiten, selber eine Lösung zu finden. Dieses Vorgehen ermöglicht den Jugendlichen die Aneignung von Strategien, um schwierige Situationen zu lösen. Sie stecken angesichts von Widerständen den Kopf nicht länger in den Sand, sondern betrachten solche Situationen zunehmend als lösbar und – je nach Persönlichkeit – aufgrund positiver Erfahrungen sogar als anspornend.

________

1 Lietzmann, T., Wenzig, C. (2020): Materielle Unterversorgung von Kindern. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

2 Destatis.de: mailto:https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsstand/Tabellen/allgemeinbildender-abschluss.html

Unsere Wirkung

Hinsichtlich der von uns angestrebten Wirkungsziele unterscheiden wir zwischen programmspezifischen Wirkungszielen („Outcomes“) und gesellschaftlicher Wirkung („Impact“).

Inwiefern wir diese Wirkungsziele erreichen, überprüfen wir seit 2020, indem wir allen Teilnehmer*innen zu Beginn und am Ende ihrer Teilnahme eine Umfrage zusenden, die gemeinsam mit dem University College London (UCL) konzipiert wurde. Die Ergebnisse unserer Evaluation veröffentlichen wir in unserem Wirkungsbericht. Unseren Wirkungsbericht 2020 finden Sie in Kürze an dieser Stelle.

Zusätzlich zur Evaluation der Wirkung überprüfen wir in Deutschland auch seit 2019 inwieweit unsere Duke-Teilnehmer*innen und Duke-Mentor*innen mit dem Programm zufrieden waren. Die ersten Ergebnisse werden ebenfalls in unserem Wirkungsbericht 2020 veröffentlicht.

Auf internationaler Ebene findet die Überprüfung der Zufriedenheit bereits länger statt. Die Ergebnisse der internationalen Umfragen finden Sie nachstehend, wie auch eine Studie von PwC zum gesellschaftlichen Wert des Duke.

Unser Team

Unser Team besteht aus Menschen, die für die Themen Potentialentfaltung und Chancengerechtigkeit brennen und einen Beitrag zur Verwirklichung der UN-Kinderrechte und der Nachhaltigkeitsziele leisten wollen.

 

 

 

Unser Beirat

Unser Beirat berät und unterstützt unser Team bei der strategischen Ausrichtung unseres Vereins. Dabei beherzigen wir das Motto des Duke: Wir können mehr, als wir glauben!

Für das großartige Engagement unserer Beiratsmitglieder danken wir von Herzen.

 

 

 

 

Internationales Netzwerk

Unser Verein gehört dem internationalen Netzwerk The Duke of Edinburgh’s International Award Foundation an, das nationale Programmanbieter in über 130 Ländern unterstützt und begleitet.

 

 

 

 

Zur Geschichte des DofE-Awards und des deutschen Trägervereins

Der Duke of Edinburgh hat die Idee eines nationalen Programms zur Förderung der Entwicklung junger Menschen im Herbst 1954 auf Bitte seines ehemaligen Schulleiters Kurt Hahn zum ersten Mal konkret verfolgt.

Der Duke of Edinburgh’s Award ist ebenso wie seine „Geschwister“ Round Square, Outward Bound und United World Colleges untrennbar mit Namen und Pädagogik seines Erfinders Kurt Hahn (1886 – 1974) verknüpft. Wenn sich auch seine direkten Wurzeln an der Schule Schloss Salem finden, wo der Reformpädagoge von der Gründung 1920 bis zur Vertreibung 1933 als Schulleiter wirkte, gehen diese zurück bis zu den Ursprüngen der Pädagogik in Platos Staat und Pindars „Werde, der du bist!“.

Gegründet wurde das Programm von Prinz Philip 1956 in Großbritannien, dessen Titel „Duke of Edinburgh“ es bis heute in seinem Namen führt. Philip war in Salem und danach im „zweiten Salem“ Gordonstoun, das Hahn von 1934 bis 1953 leitete, Schüler.

In den Anfangsjahren war das Ziel, die Zeit zwischen dem Verlassen der Schule im Alter von etwa 15 Jahren und dem Eintritt in den Wehrdienst mit etwa 18 Jahren sinnvoll zu gestalten und jungen Männern die Möglichkeit zu geben, sich in dieser Zeit in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Ein erstes Pilotprojekt wurde auf die lokalen Bildungsbehörden, die Marine, die Armee und die Royal Air Force sowie eine Handvoll unabhängiger Schulen und Gymnasien in ganz Großbritannien ausgeweitet. Nach dem ersten Jahr hatten 7.000 Jungen mit ihrem DofE begonnen und etwa 1.000 von ihnen eine Auszeichnung erhalten. Tatsächlich erwies sich das Pilotprojekt als so erfolgreich, dass bald auch in Übersee Projekte ins Leben gerufen wurden, inzwischen auch für Mädchen.

Der Duke entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten immer weiter. 1980 wurde die Altersgrenze erweitert, so dass jeder Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren teilnehmen konnte. Zu dieser Zeit nahm der Award sein heutiges Format mit vier Programmteilen an: Dienst, Talente, Fitness und Expeditionen, und auf der Gold-Stufe zusätzlich das Gold-Projekt.

Die Beliebtheit des Awards nimmt weiter zu, inzwischen bieten über 130 Länder und Territorien den Award unter dem Dach der Duke of Edinburgh’s International Award Foundation an.

In Deutschland gründeten 1994/1995 mehrere Organisationen, die bereits unter direkter Aufsicht des Internationalen Sekretariats mit dem Programm arbeiteten, den Trägerverein. Dieser wurde 1996 vom Ministerium für Kultus und Sport Baden- Württemberg als freier Träger der Jugendhilfe und vom Weltprogramm als deutscher „Programmherausgeber“ anerkannt. Zu den Anbietern des Awards in Deutschland gehört auch die Schule Schloss Salem, wo 1920 alles begann. Der deutsche Verein wurde bis zu seinem 25-jährigen Jubiläum in 2020 von Klaus Vogel geleitet.